Das Einmaleins bleibt am besten sitzen, wenn es nicht nach Üben schmeckt. Hier sind 12 Spiele, die ich im Schulalltag und in der Förderung einsetze – vom Spiel ganz ohne Material bis zum kurzen Karten-Duell. Sortiert nach Aufwand.
Wichtig vorweg: Spiele ersetzen nicht den systematischen Aufbau über Kernaufgaben (dazu unten mehr), aber sie sind der beste Weg, das Gelernte zu festigen – ohne Frust, ohne Tränen.
Ganz ohne Material
1. Einmaleins-Tennis
Du sagst eine Aufgabe (7·6), dein Kind die Antwort (42) und gibt mit einer neuen Aufgabe zurück. Das Tempo wächst von selbst. Perfekt für den Weg zur Schule.
2. Buzz
Reihum zählen, aber bei jedem Vielfachen einer Zahl «Buzz» sagen: für die 4er-Reihe also 1, 2, 3, Buzz, 5, 6, 7, Buzz … Trainiert eine ganze Reihe nebenbei.
3. Reihen-Klatschen
Gemeinsam die Reihe aufsagen und bei jeder Zahl in die Hände klatschen. Rhythmus hilft dem Gedächtnis – viele Kinder merken sich die 3er-Reihe so fast wie ein Lied.
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4. «Ich denke an eine Zahl»
«Ich denke an eine Zahl aus der 6er-Reihe, sie ist grösser als 30.» Dein Kind rät (36, 42, 48). Trainiert die Reihe rückwärts und das flexible Denken.
Mit Karten und Würfeln
5. Einmaleins-Memory
Auf die eine Kartenhälfte die Aufgabe (7·8), auf die andere das Ergebnis (56). Wer das Paar findet, muss es laut sagen. In 20 Minuten selbst gebastelt.
6. Würfel-Duell
Zwei Würfel werfen, die Augenzahlen multiplizieren, wer zuerst das Ergebnis sagt, bekommt einen Punkt. Mit einem Zehnerwürfel wird es schwieriger.
7. Kartenkampf
Jeder deckt eine Spielkarte auf, beide Zahlen werden multipliziert. Wer zuerst das richtige Produkt nennt, gewinnt den Stich. Bube, Dame, König zählen 11, 12, 13 – für die grösseren Reihen.
8. Reihen-Bingo
Jeder malt ein 3×3-Feld mit Ergebnissen einer Reihe hinein. Du nennst Aufgaben, wer das Ergebnis hat, streicht es an. Drei in einer Reihe gewinnt.
Für draussen und unterwegs
9. Autokennzeichen mal zwei
Die letzten Ziffern eines Kennzeichens verdoppeln oder mit einer festen Zahl multiplizieren. Aus Langeweile im Stau wird Übung.
10. Treppen-Reihen
Beim Treppensteigen die Reihe hochzählen: 4, 8, 12, 16 … Jede Stufe ein Schritt in der Reihe. Bewegung und Rechnen zusammen bleiben besonders gut hängen.
11. Einkaufs-Mal
«Drei Päckli zu je 4 Franken – wie viel zusammen?» Multiplikation mit echtem Geld im Laden. Schweizer Sachrechnen ganz nebenbei.
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12. Punkte-Sammeln über die Woche
Für jede gewonnene Spielrunde gibt es einen Punkt, am Sonntag eine kleine Belohnung (nicht Geld – gemeinsame Zeit). Hält die Motivation über Wochen.
Immer aufhören, solange es Spass macht. Lieber drei kurze Runden mit Lust als zwanzig Minuten, bis das Kind keine Lust mehr hat.
Warum Spiele besser wirken als Pauken
Stures Auswendiglernen überfordert das Arbeitsgedächtnis und koppelt Mathe an Stress. Spiele liefern das Gegenteil: Wiederholung ohne Druck, Erfolgserlebnisse und Beziehung. Den systematischen Unterbau – welche 20 Kernaufgaben sitzen müssen und in welcher Reihenfolge – findest du in Einmaleins automatisieren. Für die schweren Reihen helfen die Einmaleins-Tricks.
Welche Einmaleins-Spiele sind die besten?
Spiele, die kurz sind, zum Alter passen und Wiederholung ohne Druck bieten. Einmaleins-Tennis und Buzz brauchen kein Material, Memory und Würfel-Duell festigen mit Karten. Wichtig ist Regelmässigkeit, nicht die Dauer.
Ersetzen Spiele das Üben des Einmaleins?
Nein, sie ergänzen es. Zuerst müssen die Kernaufgaben systematisch aufgebaut werden, dann festigen Spiele das Gelernte. Beides zusammen ist am wirksamsten.
Ab welcher Klasse sind Einmaleins-Spiele sinnvoll?
Ab der 3. Klasse, wenn das Einmaleins eingeführt wird. Vorbereitende Spiele wie Verdoppeln oder Reihen-Zählen funktionieren schon in der 2. Klasse.
Wie oft sollten wir spielen?
Lieber täglich fünf Minuten als einmal pro Woche eine halbe Stunde. Kurze, häufige Wiederholung verankert das Einmaleins am besten.



