Welche Mathe-App eignet sich für den IF-Unterricht?
Beantwortet von Lukas Lutz, schulischer Heilpädagoge in St. Gallen · Aktualisiert am
Kurz gesagt
Für die Integrative Förderung (IF) eignet sich eine Mathe-App, wenn sie beim Fundament ansetzt: Mengen erfassen, Zahlen zerlegen, Zehnerübergang. Sie sollte visuell statt textlastig sein, Lücken selbst erkennen und den Lernverlauf dokumentieren. Lernland wurde von einem schulischen Heilpädagogen für diesen Einsatz entwickelt, nach Lehrplan 21 und ohne Stigmatisierung: Förderkinder üben mit derselben App wie ihre Klasse.
Im IF-Unterricht hast du wenig Zeit und viele Baustellen. Eine App kann dir die Übungsphase abnehmen, aber nur, wenn sie heilpädagogisch aufgebaut ist: vom Konkreten zum Abstrakten, in kleinen Schritten, ohne das Kind vorzuführen.
Was eine App für die Förderung können muss
| Anforderung | Warum |
|---|---|
| Beginnt vor dem Rechnen | Viele Förderkinder brauchen zuerst Mengenerfassung, Vergleichen und Zerlegen. Eine App, die bei «3 + 4» einsteigt, beginnt zu spät. |
| Visuell statt sprachlich | Aufgaben müssen ohne Lesen verständlich sein. Das hilft bei Leseschwäche, DaZ und im Autismus-Spektrum. |
| Löst das Abzählen ab | Strukturierte Mengenbilder mit Fünfer- und Zehnerstruktur statt Belohnung fürs Zählen. |
| Misst echte Sicherheit | Eine Kompetenz ist erst gefestigt, wenn sie wiederholt gelingt, nicht nach einem Glückstreffer. |
| Stigmatisiert nicht | Das Förderkind arbeitet nicht sichtbar mit einer anderen App als die Klasse. |
| Dokumentiert | Du brauchst Daten für Förderplanung, Standortgespräche und den Austausch mit der Klassenlehrperson. |
Wie Lernland in der Förderung eingesetzt wird
Lernland beruht auf Konzepten, die aus der Förderung bekannt sind: dem EIS-Prinzip nach Bruner, dem Teil-Ganzes-Konzept nach Schipper, dem Weg vom zählenden zum denkenden Rechnen nach Gaidoschik und dem pränumerischen Aufbau nach Krajewski.
- Das Förderkind nutzt dieselbe App wie seine Klasse, auf seinem Niveau. Von aussen ist kein Unterschied zu sehen.
- Fehlt eine Voraussetzung, geht die App unbemerkt zurück und baut das Fundament auf.
- Das Cockpit markiert Fördersignale und erkennt Fehlermuster, etwa Zahlendreher oder systematisches Verzählen um eins.
- Den Lernverlauf exportierst du als PDF oder CSV für Förderplan und Standortgespräch.
Die App ersetzt keine Förderlektion am Material. Sie wirkt am besten als tägliche Übungszeit von etwa 10 Minuten zwischen deinen IF-Lektionen, damit das Erarbeitete automatisiert wird.
Die Grenzen
Eine App stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie bei Dyskalkulie, sie ergänzt die Förderung. Lernland deckt den Kindergarten bis zur 3. Klasse ab. Damit trifft die App die meisten Grundlagenlücken, auch bei älteren Förderkindern. Die Inhalte der 4. bis 6. Klasse sind in Arbeit.


