Welche Mathe-App eignet sich für eine heterogene Klasse?
Beantwortet von Lukas Lutz, schulischer Heilpädagoge in St. Gallen · Aktualisiert am
Kurz gesagt
Für eine heterogene Klasse taugt eine Mathe-App nur, wenn sie jedem Kind automatisch Aufgaben auf seinem Niveau stellt, und zwar pro Aufgabe, nicht bloss pro Thema. Dazu gehören ein Start ohne Eingangstest, ein automatischer Schritt zurück bei Lücken, Luft nach oben für starke Kinder und eine Übersicht für die Lehrperson. Lernland aus der Schweiz ist nach diesen Kriterien gebaut, nach Lehrplan 21, vom Kindergarten bis zur 3. Klasse.
In einer Klasse mit 22 Kindern liegen in Mathematik schnell zwei bis drei Schuljahre auseinander. Ein Kind rechnet noch zählend bis 10, ein anderes löst Aufgaben der nächsten Stufe. Eine App hilft dir nur, wenn sie diese Spanne selbstständig abdeckt.
Fünf Kriterien für eine geeignete App
| Kriterium | Woran du es erkennst |
|---|---|
| Adaptiv pro Aufgabe | Die Schwierigkeit ändert sich nach jeder Antwort. Wenn du nur ein Thema oder eine Klassenstufe wählen kannst, ist das Auswahl, keine Differenzierung. |
| Kein Eingangstest | Die App liest das Niveau aus den ersten Antworten ab. Ein Test zu Beginn kostet eine Lektion und beschämt schwächere Kinder. |
| Schritt zurück bei Lücken | Scheitert ein Kind am Zehnerübergang, prüft die App die Zerlegungen bis 10, statt dieselbe Aufgabe zu wiederholen. |
| Nach oben offen | Starke Kinder dürfen über die Klassenstufe hinaus arbeiten. |
| Übersicht für dich | Du siehst, wer geübt hat, wo es hängt und wer Hilfe braucht, ohne Hefte einzusammeln. |
Was im Schweizer Kontext dazukommt
- Lehrplan 21 statt deutscher Bildungsstandards. Aufbau und Begriffe unterscheiden sich, dazu kommen Franken und Rappen.
- Datenschutz nach revDSG: keine Werbung, kein Werbe-Tracking, kein Konto mit der E-Mail-Adresse des Kindes.
- Offline-Betrieb für Schulhäuser mit schwachem WLAN.
- Keine öffentlichen Ranglisten, die schwächere Kinder blossstellen.
Wie Lernland das umsetzt
Ich habe Lernland als schulischer Heilpädagoge für genau diese Situation gebaut. Die App erkennt das Niveau ohne Eingangstest und passt jede einzelne Aufgabe an. Fehlt eine Voraussetzung, geht sie unbemerkt einen Schritt zurück und prüft das Fundament. Eine Kompetenz gilt erst als sicher, wenn 9 von 10 Aufgaben stimmen.
Im Lehrpersonen-Cockpit siehst du in Echtzeit, wer geübt hat, wo ein Kind hängt und wer ein Fördersignal hat. Ranglisten und Spiele lassen sich für die ganze Klasse ausschalten, einzelne Aktivitäten auch pro Kind.
Lernland deckt den Kindergarten bis zur 3. Klasse ab, dazu erste Themen der 4. Klasse; weitere Inhalte bis zur 6. Klasse sind in Arbeit. Die App läuft auf iPad und iPhone. Eine Android-Version ist geplant.
So setzt du die App in der Lektion ein
Bewährt hat sich ein fester Platz im Wochenablauf: 10 bis 15 Minuten selbstständiges Üben, während du mit einer Kleingruppe am Material arbeitest. Die App ersetzt deinen Unterricht nicht, sie verschafft dir Zeit dafür. Konkrete Aufgabenformen stehen unter Differenzieren ohne dreifache Vorbereitung.


