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Sommerferien-Mathe: So bleibt das Schuljahr nicht verloren

7 Min LesezeitEltern

Die Bildungsforschung kennt den «Summer Slide»: Über sechs Wochen Sommerferien verlieren Kinder in Mathe durchschnittlich 27% ihrer schulisch erworbenen Kompetenz (Cooper et al., 1996). Mit 10 Minuten täglich lässt sich das fast vollständig vermeiden – ohne dass die Ferien zur Schulzeit werden.

Warum Mathe in den Ferien besonders verlernt wird

Mathe ist im Unterschied zur Lesefähigkeit stark prozedural. Das heisst: Wer eine Rechenstrategie nicht regelmässig anwendet, verliert sie schneller als gespeichertes Wissen. Eine Studie der Johns Hopkins University zeigt: Lese-Kompetenz schrumpft in den Ferien um etwa 0.4 Monatsleistung, Mathe-Kompetenz um 2.6 Monate – mehr als das Sechsfache.

Besonders betroffen sind Aufgaben mit Zehnerübergang, das Einmaleins und mehrstellige Verfahren. Wer die in den Ferien nicht anwendet, beginnt das neue Schuljahr mit messbarem Defizit.

Der 6-Wochen-Plan: 10 Minuten pro Tag

Hier ein realistischer Plan für sechs Wochen Sommerferien. Jeden Tag etwa 10 Minuten – meistens nicht am Schreibtisch.

Woche 1: Sanfter Einstieg

  • Tag 1–3: Pause. Wirklich Pause. Mathe ist Schule, die Ferien sind Erholung.
  • Tag 4–7: 10 Minuten Mathe-Spiele am Esstisch (UNO, Würfel, Mensch ärgere dich nicht).

Woche 2: Alltagsmathematik

  • Einkaufen mit Mathe-Auftrag: «Welches Päckchen ist günstiger?»
  • Backen: Mengen abmessen, halbieren, verdoppeln.
  • Reise-Mathe: Tempo, Strecke, Ankunftszeit schätzen.

Woche 3: Spielerische App-Sessions

  • 10 Minuten pro Tag mit einer adaptiven App wie Lernland.
  • Frei wählbar: vor dem Schwimmen, im Zug, am Strand.
  • Wichtig: ohne Hausaufgaben-Stempel. «Mathe-Game», nicht «Mathe-Üben».

Woche 4: Halbzeit – Pause

  • Reine Ferien-Woche. Mathe bleibt am Wegrand.
  • Mathematik passiert nur, wenn das Kind selbst Lust hat (z. B. Spiele).

Woche 5: Auffrischung beginnt

  • 10–15 Minuten täglich mit der App oder mit Aufgabenheft.
  • Fokus: Das, was im neuen Schuljahr Voraussetzung ist (Einmaleins, Zahlraum, etc.).
  • Mit Lehrperson abgleichen: «Was kommt in den ersten Schulwochen?»

Woche 6: Klassentempo simulieren

  • 20 Minuten am Stück konzentrierte Übung – um den Schulrhythmus vorzubereiten.
  • Hausaufgaben-Format einbauen: am Schreibtisch, mit Heft, ruhig.
  • Aber nicht jeden Tag. Ferien bleiben Ferien.

Was du in den Ferien vermeiden solltest

  • Aufgabenhefte aus der Schule durcharbeiten. Wirkt wie Strafe.
  • Druck. Wenn das Kind «keine Lust» sagt – Pause machen. Ferien-Mathe muss leicht bleiben.
  • Vergleiche mit anderen. «Dein Cousin hat schon das ganze Einmaleins geübt.» – Vergiftet alles.
  • Lehrer:in spielen. Du bist Elternteil. Eine App übernimmt die fachliche Methodik.
  • Verlängerte Sessions. 10 Minuten täglich schlägt 2 Stunden einmal die Woche – immer.

Was bei Förderbedarf zusätzlich hilft

Kinder mit Rechenschwäche, ADHS oder anderem Förderbedarf verlieren in den Ferien überproportional viel. Hier lohnt sich:

  1. Regelmässigere App-Sessions (5–10 Minuten täglich, statt jeden 2. Tag).
  2. Auf Voraussetzungen fokussieren, nicht auf neuen Stoff.
  3. Mit Heilpädagog:in absprechen, was Priorität hat.
  4. Erfolgserlebnisse maximieren – Niveau eher zu tief als zu hoch.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der «Summer Slide»?

Der Verlust schulischer Kompetenzen über die Sommerferien hinweg. Studien (Cooper et al., Johns Hopkins) zeigen: Kinder verlieren in Mathe etwa 27% ihrer Schuljahres-Lernfortschritte – deutlich mehr als beim Lesen.

Wie viel sollte mein Kind in den Ferien üben?

10 Minuten täglich reichen, um den Summer Slide weitgehend zu verhindern. Regelmässigkeit schlägt Intensität deutlich. Lieber täglich kurz als wöchentlich lang.

Welche Mathe-App eignet sich für die Ferien?

Eine adaptive App ohne Zeitdruck, die kurze Sessions ermöglicht. Lernland funktioniert offline (für Ferien im Ausland), passt sich automatisch dem Niveau an und braucht keine Anmeldung neuer Aufgaben.

Sollten wir die ersten Ferienwochen ganz pausieren?

Ja, das ist sogar empfehlenswert. Erholung ist Voraussetzung für späteres Lernen. Erst in Woche 2 oder 3 mit sanften Aktivitäten beginnen.

Wann ist der Summer Slide besonders kritisch?

Am Übergang von der 2. zur 3. Klasse (vor dem Einmaleins) und von der 4. zur 5. Klasse (Brüche/Dezimalzahlen kommen). Hier lohnen sich Ferien-Auffrischungen besonders.

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