MA.1.A.1

Arithmetische Begriffe und Zahlen verstehen

MA.1 · Zahl und VariableAspekt A: Operieren und Benennen

Kinder bauen das Vokabular der Mathematik auf. Sie verstehen Begriffe wie «plus», «minus», «mal» und «geteilt», lernen die zugehörigen Symbole und können Zahlen lesen und schreiben. Aus dem 20er-Raum wird mit jeder Stufe ein grösserer Zahlraum, am Ende stehen Variablen und wissenschaftliche Schreibweise.

Eigene didaktische Aufbereitung. Diese Seite ist keine Wiedergabe des Lehrplans 21. Die Inhalte sind eigene Formulierungen von Lukas Lutz (Schulischer Heilpädagoge, St. Gallen). Verbindlich ist der Originaltext der D-EDK auf zh.lehrplan.ch — der Code MA.1.A.1 dient als neutrale Referenz.

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Zyklus 1

Zyklus 1 (Kindergarten, 1.–2. Klasse)

MA.1.A.1.A

Mengen vergleichen und beschreiben

Worum es geht

Kinder vergleichen unterschiedlich angeordnete Mengen und drücken den Unterschied in Worten aus. «Mehr», «weniger», «am meisten», «gleich viele» sind die wichtigsten Begriffe dieser Stufe.

Mögliche Lernziele
  • Zwei Mengen ohne Zählen vergleichen
  • Begriffe mehr, weniger, gleich viele sicher anwenden
  • Am meisten und am wenigsten bestimmen
  • Mengen ordnen vom kleinsten zum grössten
  • Eins-zu-eins-Zuordnung als Vergleich nutzen
Typische Hürde

Wenn Kinder nur zählen statt vergleichen, fehlt das simultane Mengenverständnis. Visuelles Vergleichen (zwei Reihen Plättchen nebeneinander) muss dem Zählen vorausgehen.

Unterrichtsideen
  • Plättchen-Vergleich: Zwei Reihen mit unterschiedlich vielen Plättchen, ohne Zählen entscheiden welche mehr enthält.
  • Begriffsspiel: Bilder von Mengen zeigen, Kinder beschreiben mit «mehr», «weniger», «gleich viele».
  • Schuhpaar-Aufgabe: Schuhe ohne Paare in der Garderobe, wer hat einen verloren?
  • Klassenfoto-Vergleich: Mädchen und Jungen in zwei Reihen aufstellen, wer ist mehr?
  • Sammelobjekte: Kastanien, Steine sammeln und ohne Zählen vergleichen.
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  • Würfelbilder ohne Zählen erkennen
  • Mengen direkt vergleichen mit Bildern
  • Eins-zu-eins-Zuordnung als Spiel
MA.1.A.1.B

Plus, Minus, Gleich — erste Symbole

Worum es geht

Kinder verstehen die Begriffe plus, minus und gleich und kennen die zugehörigen Symbole +, − und =. Sie wissen, dass das Gleichheitszeichen Gleichwertigkeit ausdrückt, nicht nur «Ergebnis».

Mögliche Lernziele
  • Die Symbole +, − und = lesen und schreiben
  • Eine Rechnung wie 3 + 2 = 5 vollständig vorlesen
  • Das Gleichheitszeichen als Balance verstehen (3 + 2 = 4 + 1)
  • Symbol und Handlung verbinden (+ als Dazugeben)
  • Plus und Minus in Alltagssituationen erkennen
Typische Hürde

Viele Kinder lernen das Gleichheitszeichen als Aufforderung («= heisst Ergebnis»). Sobald Aufgaben wie 3 + ? = 7 kommen, scheitern sie. Das Gleichheitszeichen sollte als Balance erlebt werden.

Unterrichtsideen
  • Symbol-Lotto: Karten mit Aufgabe und Punktebild zuordnen.
  • Waage-Modell: Eine echte Balkenwaage mit Gewichten, Symbol = steht für Gleichgewicht.
  • Geschichten erfinden: Pro Aufgabe (4 + 3) eine Mini-Geschichte erzählen.
  • Symbol-Tafel: An der Wandtafel Symbol-Sammlung wachsen lassen über Wochen.
  • Lücke-Detektive: 3 + ? = 7 als Rätsel, ohne erst die Antwort zu rechnen.
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  • Plus und Minus mit Symbolen und Bildern parallel
  • Aufgaben mit Lücke (3 + ? = 5) als Übung
  • Visuelle Bestätigung der Symbole
MA.1.A.1.C

Mal, Stellenwert, Zahlen bis 100

Worum es geht

Kinder lernen mal, kleiner als, grösser als, gerade und ungerade. Sie verstehen Begriffe wie Zehner und Einer und können natürliche Zahlen bis 100 lesen und schreiben.

Mögliche Lernziele
  • Zahlen bis 100 lesen und schreiben
  • Zahlen vergleichen mit < und >
  • Gerade und ungerade Zahlen unterscheiden
  • Stellenwert (Zehner, Einer) benennen
  • Verdoppeln und halbieren in Worten erklären
Typische Hürde

Die Begriffe «grösser als» und «kleiner als» werden oft mit den Symbolen < und > verwechselt. Eine eindeutige Brücke (das Krokodilmaul frisst die grössere Zahl) verankert das visuell.

Unterrichtsideen
  • Krokodilmaul: < und > als Maul, das die grössere Zahl frisst.
  • Zahlen-Versteck: Eine Zahl an der Tafel, Kinder beschreiben sie (zweistellig, gerade, grösser als 50).
  • Hunderter-Tafel-Bingo: Kinder markieren genannte Zahlen, Stellenwert wird sichtbar.
  • Gerade-Ungerade-Sortieren: Spielkarten in zwei Stapel sortieren.
  • Wettkampf: Wer findet die grösste/kleinste Zahl mit drei Würfeln?
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  • Zahlen bis 100 mit Stellenwert-Karten
  • Vergleiche mit < und > als Spiel
  • Gerade und ungerade Zahlen visuell
MA.1.A.1.D

Geteilt — der vierte Operator

Worum es geht

Kinder lernen den Begriff durch und das Symbol :. Damit ist das Quartett der Grundoperationen vollständig. Aufgaben wie 12 : 3 werden zunächst durch Aufteilen mit konkretem Material gelöst.

Mögliche Lernziele
  • Das Symbol : lesen und schreiben
  • Den Begriff durch in Worten erklären
  • Eine geteilt-Aufgabe als Aufteilen darstellen
  • Den Zusammenhang zur Multiplikation erkennen (12 : 3 = 4 weil 4 × 3 = 12)
  • Einfache Geteilt-Aufgaben mit Material lösen
Typische Hürde

Die Division wird oft als isolierte Operation gelernt. Wenn Kinder den Zusammenhang zur Multiplikation nicht sehen (12 : 3 → 4 × 3 = 12), bleibt das Geteilt-Rechnen mühsam.

Unterrichtsideen
  • Schoggi teilen: 12 Schoggi-Stücke fair auf 3 Kinder verteilen.
  • Umkehraufgabe finden: Karten mit 3 × 4 = 12, Kind ergänzt 12 : 3 = ?
  • Sammelaufgabe: Steine in gleichen Gruppen anordnen, wie viele Gruppen?
  • Spiel «Wie viele jeweils?»: 20 Bonbons, 4 Kinder, wie viele pro Kind?
  • Rest-Spiel: 13 Plättchen, 4 Gruppen, was bleibt übrig?
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  • Geteilt-Aufgaben aus dem Einmaleins abgeleitet
  • Visuelles Aufteilen mit Punktebild
Zyklus 2

Zyklus 2 (3.–6. Klasse)

MA.1.A.1.E

Fachbegriffe und Zahlraum bis 1000

Worum es geht

Kinder verstehen die Operationsnamen Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division und kennen Begriffe wie Rest, Zahlenstrahl, Quadratzahl, Hunderter, Tausender und Stellenwerte. Sie lesen und schreiben Zahlen bis 1000.

Mögliche Lernziele
  • Die vier Operationsnamen sicher anwenden
  • Zahlen bis 1000 lesen und schreiben
  • Stellenwerte Einer, Zehner, Hunderter, Tausender benennen
  • Eine Zahl auf dem Zahlenstrahl einordnen
  • Quadratzahlen erkennen (1, 4, 9, 16, 25)
Typische Hürde

Die Fachbegriffe werden manchmal verwechselt (Subtraktion und Division enden beide auf -tion). Die Verknüpfung mit der konkreten Handlung (subtrahieren = abziehen) muss bewusst aufgebaut werden.

Unterrichtsideen
  • Fachbegriffsplakat: Pro Operation ein Plakat mit Symbol, Begriff und Beispiel.
  • Quadratzahlen-Bingo: Kinder bauen Quadrate aus Plättchen, lesen die Anzahl ab.
  • Stellenwert-Domino: Karten paaren (eine mit «3 Hunderter, 4 Zehner, 5 Einer», andere mit 345).
  • Zahlenstrahl im Schulzimmer: Auf 5 m Klebeband Zahlen bis 1000, Kinder hängen Karten an die richtige Stelle.
  • Fach-Quiz: Lehrperson liest Begriff, Kind nennt Symbol und umgekehrt.
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  • Stellenwert bis 1000 mit visueller Stellenwerttafel
  • Quadratzahlen als Punktebild gezeigt
  • Zahlenstrahl bis 1000 zur Einordnung
MA.1.A.1.F

Operationsteile und Zahlraum bis Million

Worum es geht

Kinder verstehen die Begriffe Summand, Summe, Differenz, Faktor, Produkt, Quotient. Sie können natürliche Zahlen bis 1 Million lesen und schreiben.

Mögliche Lernziele
  • Die Bestandteile einer Rechnung benennen (Summand, Summe etc.)
  • Zahlen bis 1 Million lesen und schreiben
  • Apostroph als Tausendertrennung lesen (1'000'000)
  • Eine Aufgabe mit Fachbegriffen beschreiben
  • Den Unterschied zwischen Faktor und Summand kennen
Typische Hürde

Faktor und Summand werden gerne vermischt. Die Bezeichnungen sollten an konkreten Aufgaben geübt werden, nicht abstrakt auswendig.

Unterrichtsideen
  • Begriffsmemory: Karten paaren (Summe, Differenz mit den zugehörigen Aufgabentypen).
  • Zahlen-Riese: Wie schreibt man eine Million? Wie viele Nullen?
  • Zeitungsschnipsel: Echte grosse Zahlen aus Zeitungen sammeln und sortieren.
  • Bauteilanalyse: Eine Aufgabe wie 8 × 7 = 56 mit Begriffen beschriften.
  • Stellenwert-Spiel: Mit Ziffernkarten möglichst grosse oder kleine Zahl bilden.
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  • Zahlraum bis Million mit visueller Stellenwerttafel
  • Aufgabenteile farblich markiert in Übungen
MA.1.A.1.G

Brüche, Prozente, Dezimalzahlen schreiben

Worum es geht

Kinder verstehen die Begriffe Bruch, Prozent, Teiler, Vielfache, Zähler, Nenner sowie überschlagen und runden. Sie kennen die Symbole % und ≈ und können Dezimalzahlen und Brüche lesen und schreiben.

Mögliche Lernziele
  • Brüche lesen und schreiben (Zähler oben, Nenner unten)
  • Dezimalzahlen lesen und schreiben
  • Prozent-Zeichen verstehen und nutzen
  • Teiler und Vielfache einer Zahl bestimmen
  • Überschlagsrechnungen mit ≈ darstellen
Typische Hürde

Zähler und Nenner werden oft verwechselt. Eine Eselsbrücke wie «Nenner steht unten und nennt die Anzahl Teile» hilft.

Unterrichtsideen
  • Zähler-Nenner-Lied: Kurzer Reim, der die Positionen festigt.
  • Pizza-Schreiben: Echte Pizza-Schnitte einteilen und als Bruch notieren.
  • Prozent im Alltag: Rabatt-Plakate auseinandernehmen.
  • Runden-Spiel: Würfeln, Zahl bilden, auf nächsten Zehner runden.
  • Teiler-Forscher: Welche Zahlen lassen sich durch 4 teilen? Mit Plättchen prüfen.
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  • Brüche mit Zähler und Nenner als Bildmodell
  • Dezimalzahlen mit Stellenwert-Strang
  • Visualisierung von 25 % als Viertel-Kreis
MA.1.A.1.H

Gleichung, Klammer, Primzahl

Worum es geht

Kinder verstehen die Begriffe Gleichung, Klammer und Primzahl. Sie nutzen Rechner-Symbole und können Brüche, Dezimalzahlen und Prozente ineinander umrechnen.

Mögliche Lernziele
  • Eine Gleichung als Aussage mit Gleichheitszeichen verstehen
  • Klammern als «zuerst rechnen» nutzen
  • Primzahlen bis 30 kennen
  • Brüche, Dezimalzahlen, Prozente umrechnen
  • Den Rechner mit korrekten Symbolen bedienen
Typische Hürde

Klammern werden ignoriert, wenn die Regel Punkt-vor-Strich nicht sicher sitzt. Es lohnt sich, mit konkreten Aufgaben den Unterschied zu zeigen.

Unterrichtsideen
  • Primzahl-Sieb: Mit der Sieb-Methode des Eratosthenes alle Primzahlen bis 100 finden.
  • Klammer-Effekt: Dieselbe Zahlenreihe mit und ohne Klammern rechnen, Ergebnisse vergleichen.
  • Umrechnungs-Tabelle: 3 Spalten (Bruch, Dezimalzahl, Prozent), Lücken füllen.
  • Rechner-Führerschein: Übungsblatt zum sicheren Umgang mit dem Schulrechner.
  • Gleichungswaage: Mit einer echten Balkenwaage Gleichungen darstellen.
Zyklus 3

Zyklus 3 (Sek I, 7.–9. Klasse)

MA.1.A.1.I

Term, Variable, Potenz, negative Zahlen

Worum es geht

Jugendliche verstehen die Begriffe Term, Variable, Unbekannte, Potenz, Zehnerpotenz, Vorzeichen, positive und negative Zahlen sowie Wurzeln. Sie lesen und schreiben Zahlen bis 1 Milliarde.

Mögliche Lernziele
  • Einen Term von einer Gleichung unterscheiden
  • Variable und Unbekannte korrekt benennen
  • Potenzen lesen und schreiben (3² = 9)
  • Vorzeichen bei positiven und negativen Zahlen verstehen
  • Quadratwurzeln berechnen
Typische Hürde

Variablen werden oft als «Geheim-Zahl» missverstanden. Die Idee, dass a für jede Zahl stehen kann, braucht viele konkrete Beispiele.

Unterrichtsideen
  • Variablen-Bingo: Werte einsetzen, prüfen ob Aussage stimmt.
  • Term-Sammlung: Kinder bauen aus Karten (Zahl, Variable, Operation) gültige Terme.
  • Negative-Zahlen-Linie: Eine Linie quer durch das Schulzimmer, 0 in der Mitte, Kinder springen auf positive oder negative Seite.
  • Potenz-Visualisierung: 2³ als drei Würfel (2 × 2 × 2) bauen.
  • Wurzel-Schätzen: Vor jeder Wurzelaufgabe schätzen, mit Rechner überprüfen.

MA.1.A.1 mit Lernland üben

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Quelle und rechtlicher Hinweis

Inhalte auf dieser Seite zur Kompetenz MA.1.A.1 sind eine eigenständige didaktische Aufbereitung von Lukas Lutz (Schulischer Heilpädagoge, St. Gallen). Sie sind kein Originalwortlaut des Lehrplans 21. Der verbindliche Originaltext liegt bei der D-EDK und bei der Bildungsdirektion des jeweiligen Kantons.

© Lehrplan 21, D-EDK / Bildungsdirektion Kanton Zürich. Die Kompetenz-Codes wie MA.1.A.1 sind neutrale Identifikatoren und werden als Referenz verwendet.

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