MA.2.C.3

Kopfgeometrie und räumliche Vorstellung

MA.2 · Form und RaumAspekt C: Mathematisieren und Darstellen

Kinder lernen, sich Figuren und Körper in verschiedenen Lagen vorzustellen und Veränderungen im Kopf zu vollziehen. Vom Ertasten verdeckter Figuren bis zur mentalen Drehung eines Würfelgebäudes. Diese Kompetenz schult das räumliche Denken — eine zentrale kognitive Fähigkeit weit über die Mathematik hinaus.

Eigene didaktische Aufbereitung. Diese Seite ist keine Wiedergabe des Lehrplans 21. Die Inhalte sind eigene Formulierungen von Lukas Lutz (Schulischer Heilpädagoge, St. Gallen). Verbindlich ist der Originaltext der D-EDK auf zh.lehrplan.ch — der Code MA.2.C.3 dient als neutrale Referenz.

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Zyklus 1

Zyklus 1 (Kindergarten, 1.–2. Klasse)

MA.2.C.3.A

Verdeckte Figuren ertasten und beschreiben

Worum es geht

Kinder ertasten verdeckte Figuren und Körper, zeichnen oder formen sie nach und beschreiben sie.

Mögliche Lernziele
  • Eine Form ohne Sicht erkennen
  • Ertastete Eigenschaften benennen
  • Eine Form aus dem Gedächtnis nachzeichnen
  • Mit Knete eine ertastete Form nachbauen
  • Räumliche Eigenschaften in Worte fassen
Typische Hürde

Ohne visuellen Anker brauchen Kinder ein Vokabular für Eigenschaften. Mit klaren Begriffen wie «Ecken», «glatt», «rund» können sie beschreiben.

Unterrichtsideen
  • Geheim-Box: Kiste mit Loch, Kinder ertasten und beschreiben.
  • Augenbinden-Spiel: Mit verbundenen Augen Form benennen.
  • Knet-Nachbau: Ertastete Form mit Knete formen.
  • Beschreibungs-Stafette: Ein Kind tastet und beschreibt, andere zeichnen.
  • Tast-Geschichten: Pro Form eine kleine Geschichte erfinden.
MA.2.C.3.B

Sichtbares und Erinnerungsbild vergleichen

Worum es geht

Kinder erkennen Unterschiede zwischen sichtbaren Formen oder Raumlagen und ihren Erinnerungsbildern.

Mögliche Lernziele
  • Eine Lage aus dem Gedächtnis abrufen
  • Veränderungen entdecken
  • Mit Gedächtnis-Strategien arbeiten
  • Sich an Details erinnern
  • Beobachtungen prüfen
Typische Hürde

Gedächtnis ist nicht perfekt. Kinder müssen lernen, dass Erinnerungsbilder von der Realität abweichen können.

Unterrichtsideen
  • Memory-Wand: Bild kurz zeigen, dann verdecken, Kinder beschreiben.
  • Veränderungs-Spiel: Position eines Gegenstandes leicht ändern, Kinder finden den Unterschied.
  • Bild-Vergleich: Zwei ähnliche Bilder, Unterschiede finden.
  • Erinnerungs-Skizze: Klassenzimmer aus dem Kopf zeichnen.
  • Foto-Detektive: Foto und Wirklichkeit vergleichen.
MA.2.C.3.C

Aus dem Gedächtnis nachbauen

Worum es geht

Kinder bauen Figuren, Körper und Anordnungen aus der Erinnerung nach. Sie merken sich kurz eine kleine Würfelkonstruktion und stellen sie nach dem Abdecken aus dem Gedächtnis wieder her.

Mögliche Lernziele
  • Ein Gebäude aus dem Gedächtnis nachbauen
  • Eine Anordnung kurz einprägen
  • Stäbe in einem Muster nachlegen
  • Erinnerungsstrategien anwenden
  • Veränderungen vergleichen
Typische Hürde

Beim Nachbauen aus dem Gedächtnis fehlen oft Details. Hilfsstrategien wie «in Teilen merken» müssen explizit vermittelt werden.

Unterrichtsideen
  • Würfel-Gedächtnis: 7 Würfel zeigen, dann verdecken, Kinder bauen nach.
  • Stäbchen-Muster: Anordnung kurz zeigen, dann nachlegen.
  • Strategien-Plenum: Wie hast du es dir gemerkt?
  • Schwierigkeits-Steigerung: Von 3 Würfeln bis 10 Würfeln aufbauen.
  • Tandem-Bau: Ein Kind sieht, dirigiert, anderes baut.
Zyklus 2

Zyklus 2 (3.–6. Klasse)

MA.2.C.3.D

Lage im Kopf verändern

Worum es geht

Kinder drehen oder schieben Figuren in der Vorstellung und beschreiben das Ergebnis in Worten. Sie prüfen Würfelnetze im Kopf — also ob ein bestimmtes Netz tatsächlich einen Würfel ergibt.

Mögliche Lernziele
  • Eine Drehung im Kopf vollziehen
  • Ein Würfelnetz in der Vorstellung falten
  • Veränderungen beschreiben
  • Mentale Rotation üben
  • Drehwinkel angeben
Typische Hürde

Mentale Rotation ist eine kognitive Höchstleistung. Mit echten Objekten beginnen, dann zur Vorstellung übergehen.

Unterrichtsideen
  • Pult-Drehung: Mit echtem Modell, dann nur im Kopf.
  • Netz-Faltung: Würfelnetz zeigen, im Kopf falten — welche Seiten zusammen?
  • Drehung-Quiz: Welche Position nach 90°-Drehung?
  • Mentale-Stufen: Erst echte Objekte, dann Bilder, dann Vorstellung.
  • Bewegungs-Reigen: Mit Körperdrehungen vorbereiten.
MA.2.C.3.E

Körper im Kopf zerlegen und zusammenfügen

Worum es geht

Kinder zerlegen Körper in der Vorstellung und fügen sie wieder zusammen. Sie führen mentale Operationen aus — etwa einen Würfel mehrmals zur Seite kippen und vorhersagen, welche Augenzahl oben liegt.

Mögliche Lernziele
  • Soma-Würfel-Teile mental zusammensetzen
  • Würfel kippen und Augenzahl voraussagen
  • Veränderungen am Modell vorhersagen
  • Operationen mental ausführen
  • Ergebnisse beschreiben
Typische Hürde

Der Soma-Würfel ist eine schöne, aber anspruchsvolle Aufgabe. Mit den einfachsten Teilen beginnen.

Unterrichtsideen
  • Soma-Würfel-Set: Pro Klasse mehrere Sets bereitstellen.
  • Würfel-Kipp-Aufgabe: Welche Augenzahl nach 4 Kippungen?
  • Mentale-Operationen-Heft: Pro Aufgabe eine Skizze des Ergebnisses.
  • Vorhersage-Spiel: Vorhersagen, dann real ausführen.
  • Klassen-Skulptur: Gemeinsam ein grosses Würfelobjekt planen.
Zyklus 3

Zyklus 3 (Sek I, 7.–9. Klasse)

MA.2.C.3.F

Figuren in der Vorstellung drehen

Worum es geht

Jugendliche drehen und schieben Figuren und Körper in der Vorstellung. Aus einer Konstruktion aus mehreren Würfeln stellen sie sich die verschiedenen Ansichten — Aufsicht, Vorderansicht, Seitenansicht — gedanklich vor.

Mögliche Lernziele
  • Würfelgebäude in der Vorstellung drehen
  • Ansichten aus verschiedenen Sichtweisen vorhersagen
  • Schiebungen mental ausführen
  • Komplexe Bewegungen im Kopf koordinieren
  • Ergebnisse skizzieren
Typische Hürde

Komplexe Würfelgebäude überfordern. Mit kleinen Aufgaben (3-4 Würfel) starten.

Unterrichtsideen
  • Würfel-Würfel-Drehung: 5 Würfel als Gebäude, mental drehen.
  • Ansichten-Quiz: Aus 8-Würfel-Gebäude alle Ansichten.
  • Drehrichtung-Übung: Im, gegen den Uhrzeigersinn.
  • Mentale-Karte: Beim Üben eine Karte mit Schritten erstellen.
  • Architektur-Tour: Echte Gebäude aus verschiedenen Sichten.

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Quelle und rechtlicher Hinweis

Inhalte auf dieser Seite zur Kompetenz MA.2.C.3 sind eine eigenständige didaktische Aufbereitung von Lukas Lutz (Schulischer Heilpädagoge, St. Gallen). Sie sind kein Originalwortlaut des Lehrplans 21. Der verbindliche Originaltext liegt bei der D-EDK und bei der Bildungsdirektion des jeweiligen Kantons.

© Lehrplan 21, D-EDK / Bildungsdirektion Kanton Zürich. Die Kompetenz-Codes wie MA.2.C.3 sind neutrale Identifikatoren und werden als Referenz verwendet.

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