MA.2.B.1

Geometrische Beziehungen erforschen

MA.2 · Form und RaumAspekt B: Erforschen und Argumentieren

Kinder lernen Geometrie nicht nur passiv, sondern aktiv. Sie ertasten Formen, experimentieren mit Spiegeln, erforschen Symmetrien an Hausfassaden und untersuchen die Beziehung zwischen Umfang und Flächeninhalt. Diese Kompetenz macht Geometrie zur Entdeckungs-Reise.

Eigene didaktische Aufbereitung. Diese Seite ist keine Wiedergabe des Lehrplans 21. Die Inhalte sind eigene Formulierungen von Lukas Lutz (Schulischer Heilpädagoge, St. Gallen). Verbindlich ist der Originaltext der D-EDK auf zh.lehrplan.ch — der Code MA.2.B.1 dient als neutrale Referenz.

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Zyklus 1

Zyklus 1 (Kindergarten, 1.–2. Klasse)

MA.2.B.1.A

Formen ertasten

Worum es geht

Kinder identifizieren Kreis, Dreieck, Quadrat, Rechteck, Kugel und Würfel allein durch Ertasten — ohne sie zu sehen.

Mögliche Lernziele
  • Eine Form mit verbundenen Augen erkennen
  • Eigenschaften wie «Ecken» oder «glatt» benennen
  • Eine Form aus dem Gedächtnis beschreiben
  • Form und Körper durch Tasten unterscheiden
  • Geometrische Eigenschaften erfassen
Typische Hürde

Ohne visuellen Anker müssen Kinder Eigenschaften abstrakt erfassen. Eine vorhergehende Phase mit «Sehen + Benennen» legt das Fundament.

Unterrichtsideen
  • Tast-Box: Kiste mit Loch, Kinder ertasten Form.
  • Augenbinden-Spiel: Mit verbundenen Augen Würfel oder Kugel erkennen.
  • Beschreibungs-Stafette: Kind tastet, beschreibt, andere erraten.
  • Tier-Tastform: Tierfiguren ertasten.
  • Geheim-Form: Form unter Tuch, Kind tastet und zeichnet.
In Lernland enthalten
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  • Form-Erkennung als Spielmodus
MA.2.B.1.B

Mit dem Spiegel experimentieren

Worum es geht

Kinder experimentieren mit dem Spiegel und entdecken Symmetrien.

Mögliche Lernziele
  • Mit einem Spiegel Symmetrie entdecken
  • Spiegelbilder vorhersagen
  • Symmetrieachsen finden
  • Eine eigene Symmetrie erfinden
  • Spiegel als Forschungswerkzeug nutzen
Typische Hürde

Manche Kinder denken, das Spiegelbild sei genau wie das Original. Mit Buchstaben (b ↔ d) wird der Unterschied sichtbar.

Unterrichtsideen
  • Spiegel-Werkstatt: Verschiedene Objekte spiegeln.
  • Buchstaben-Spiegel: Welche Buchstaben sind symmetrisch?
  • Hälfte-Vervollständigen: Halbes Bild, Spiegel hilft.
  • Klassen-Symmetrie: Pro Tag eine Symmetrie entdecken.
  • Spiegel-Geschichten: Geschichten zu spiegelbildlichen Welten.
MA.2.B.1.C

Symmetrien im Alltag

Worum es geht

Kinder erforschen Symmetrien an Figuren und Objekten und formulieren Vermutungen. Eine Hausfassade als Beispiel.

Mögliche Lernziele
  • Symmetrien an realen Objekten erkennen
  • Vermutungen zu Symmetrie formulieren
  • Hausfassaden auf Symmetrie untersuchen
  • Symmetrie in der Natur entdecken
  • Eigene Beobachtungen sprachlich fassen
Typische Hürde

Nicht alles Symmetrische ist exakt symmetrisch (z.B. Gesichter). Diese Unterscheidung muss explizit gemacht werden.

Unterrichtsideen
  • Fassaden-Forschung: Foto-Sammlung von Schweizer Hausfassaden.
  • Natur-Symmetrie: Blätter, Schmetterlinge betrachten.
  • Symmetrie-Tagebuch: Jeden Tag eine Symmetrie notieren.
  • Vermutungs-Wand: «Ich denke, dass …» Plakat in der Klasse.
  • Schul-Tour: Im Schulhaus Symmetrien finden.
MA.2.B.1.D

Eigenschaften von Figuren entdecken

Worum es geht

Kinder erforschen Figuren und Körper und formulieren Beziehungen. Etwa: Die Seitenflächen eines Quaders sind Rechtecke.

Mögliche Lernziele
  • Beziehungen zwischen Form und Eigenschaften erkennen
  • Quader-Seitenflächen als Rechtecke identifizieren
  • Anzahl Ecken, Kanten, Flächen zählen
  • Eigenschaften gemeinsam aufschreiben
  • Eine Behauptung an Beispielen prüfen
Typische Hürde

Die Sprache der Geometrie ist neu. Mit klaren Begriffen («Seitenfläche ist immer eine Fläche, nicht eine Linie») wird Verwechslung verhindert.

Unterrichtsideen
  • Quader-Inspektion: Karton-Quader von allen Seiten untersuchen.
  • Behauptungs-Spiel: Lehrperson sagt Aussage, Kinder prüfen mit Material.
  • Eigenschafts-Tabelle: Pro Körper Eigenschaften eintragen.
  • Vergleichs-Heft: Was ist gleich bei Würfel und Quader?
  • Skelett-Bau: Mit Strohhalmen die Kanten nachbauen.
Zyklus 2

Zyklus 2 (3.–6. Klasse)

MA.2.B.1.E

Figuren mit gegebenem Umfang

Worum es geht

Kinder bilden Figuren mit fest vorgegebenem Umfang. Mit einer bestimmten Anzahl Streichhölzer versuchen sie, möglichst viele unterschiedliche Dreiecke oder Rechtecke zu legen.

Mögliche Lernziele
  • Dreiecke mit gegebenem Umfang legen
  • Mit Streichhölzern Figuren bauen
  • Verschiedene Figuren mit gleichem Umfang vergleichen
  • Den Zusammenhang Umfang und Form erkennen
  • Eigene Aufgaben erfinden
Typische Hürde

Nicht jeder Umfang ergibt jede Figur. Beim 5er-Umfang sind nur wenige Dreiecke möglich. Diese Beobachtung ist wichtig.

Unterrichtsideen
  • Streichholz-Werkstatt: Mit 5, 6, 7 Streichhölzern Dreiecke versuchen.
  • Umfangs-Konstanz: Aus 12 Streichhölzern verschiedene Figuren.
  • Rechtecke-Sammlung: Welche Rechtecke haben Umfang 16?
  • Symmetrie-Diskussion: Sind alle Lösungen symmetrisch?
  • Aufgaben-Erfinder: Kinder bauen Aufgaben für andere.
MA.2.B.1.F

Seitenlänge und Fläche bei Rechtecken

Worum es geht

Kinder erforschen Beziehungen zwischen Seitenlängen und Flächeninhalt bei Rechtecken im Raster.

Mögliche Lernziele
  • Zusammenhang Seitenlänge und Fläche erkennen
  • Bei gleichem Umfang verschiedene Flächen finden
  • Mit dem Raster systematisch variieren
  • Maximum und Minimum entdecken
  • Eine Vermutung formulieren
Typische Hürde

Die Erkenntnis, dass Quadrate bei gleichem Umfang die grösste Fläche haben, kommt nicht von allein. Sie braucht systematische Variation.

Unterrichtsideen
  • Umfang-Konstante: Pro Kind Rechtecke mit Umfang 20 zeichnen.
  • Tabelle: Seitenlängen und Fläche dokumentieren.
  • Quadrat-Entdeckung: Welches Rechteck hat die grösste Fläche?
  • Beobachtungs-Plenum: Was fällt euch auf?
  • Forschungs-Plakat: Eigene Entdeckungen festhalten.
MA.2.B.1.G

Strecken systematisch variieren

Worum es geht

Kinder variieren Strecken an Figuren systematisch und erforschen Auswirkungen. Beispiel: Flächeninhalt eines Rechtecks bei gegebenem Umfang.

Mögliche Lernziele
  • Systematisches Variieren als Strategie nutzen
  • Auswirkungen beobachten und sprachlich fassen
  • Vermutungen mit Skizzen festhalten
  • Beobachtungen mit anderen austauschen
  • Mathematische Argumentation üben
Typische Hürde

Variieren wird oft als «herumprobieren» missverstanden. Es muss System haben, sonst entstehen keine Erkenntnisse.

Unterrichtsideen
  • Variations-Heft: Pro Aufgabe systematische Variation.
  • Mathekonferenz: Beobachtungen im Plenum besprechen.
  • Skizzen-Sammlung: Variationen visuell festhalten.
  • Vermutungs-Karteikarte: Pro Forschungs-Frage eine Karte.
  • Klassen-Plakat: Wachsende Sammlung von Beobachtungen.

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Quelle und rechtlicher Hinweis

Inhalte auf dieser Seite zur Kompetenz MA.2.B.1 sind eine eigenständige didaktische Aufbereitung von Lukas Lutz (Schulischer Heilpädagoge, St. Gallen). Sie sind kein Originalwortlaut des Lehrplans 21. Der verbindliche Originaltext liegt bei der D-EDK und bei der Bildungsdirektion des jeweiligen Kantons.

© Lehrplan 21, D-EDK / Bildungsdirektion Kanton Zürich. Die Kompetenz-Codes wie MA.2.B.1 sind neutrale Identifikatoren und werden als Referenz verwendet.

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